Geschichte

Gründung

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Brieselang (1923)

Am 21. November 1923 wurde die Feuerwehr schließlich von Baurat Schulz, dem stellvertretenden Gutsvorsteher Klein sowie den Siedlern Beckendorf, Liedtke, Manker, Sandvoß und Soldmann gegründet. Bereits ein Jahr später verzeichnete die junge Feuerwehr 56 aktive und 32 passive Mitglieder – ein beeindruckender Start für eine so junge Siedlung.

Geräteausstattung im Gründungsjahr

Zum Zeitpunkt der Gründung verfügte die Feuerwehr über:

  • eine Druck- und Saugspritze mit 8 m Saugschlauch

  • ein Standrohr mit 200 m Schlauch und zwei Strahlrohren

  • einen Krankenwagen

  • zwei Steckleitern mit je 8 m Länge

  • sechs Steigerkoppel, zwei Fangleinen und zwei Rauchmasken

  • Blusen und Helme für 16 Feuerwehrmänner

Bereits 1923 kam die Wehr aufgrund verschiedener Brände dreimal zum Einsatz.

 

Entwicklung in den 1920er Jahren

5 Jahre Freiwillige Feuerwehr Brieselang (1928)

Am 2. Dezember 1928 blickte die Feuerwehr auf ihr fünfjähriges Bestehen zurück. Auch der Ort hatte sich weiterentwickelt, und mit ihm die Feuerwehr.

Am 2. Juni 1929 wurde das neu errichtete Spritzenhaus am heutigen Standort Schulplatz 7 eingeweiht. Es wurde mit der Hoffnung eröffnet, dass die Handdruckspritze bald durch eine Motorspritze ersetzt werden könne.

Alarmierungstechnik

Bis dahin erfolgte die Alarmierung über Hupsignale, die jedoch nur begrenzt hörbar waren. Mit dem neuen Spritzenhaus zog eine 5-PS-Sirene der Firma Siemens & Halske auf dem Schlauchturm ein. Jeden Sonntag ertönte um 12 Uhr ein Probealarm.

Zwischen den beiden Toren des Spritzenhauses befand sich zudem ein Schlüsselkasten, dessen Glasscheibe im Einsatzfall eingeschlagen werden musste, um den Zugangsschlüssel zu entnehmen.

Einführung der Motorspritze (1929)

Dem Gemeindeausschuss wurde am 3. August 1928 eine moderne Motorspritze durch Kreisbrandinspektor Frenzel vorgestellt. Am 29. Oktober 1929 wurde die alte Saug- und Handdruckspritze schließlich durch eine Motorspritze ersetzt.

Kurz darauf erfolgte die Anschaffung eines motorisierten „Ford“-Mannschaftswagens, der den bisherigen pferdebespannten Wagen ablöste. Damit konnten erstmals sechs Kameraden schnell und motorisiert zur Einsatzstelle gebracht werden.

Weitere Ausstattung

  • Einrichtung einer Schlauchwaschanlage

  • Schlauchturm nun auch zum Trocknen der Schläuche nutzbar

  • Bau einer Arrestzelle für Ruhestörer – allerdings nur mit Zementboden, ohne Bett

 

Die Feuerwehr in den 1930er Jahren

Im Jahr 1930 zählte die Feuerwehr bereits 42 Mitglieder. Es fanden regelmäßige monatliche Übungen statt. Jungen Männern ab 18 Jahren war der freiwillige Eintritt möglich.
Darüber hinaus waren alle ortsansässigen Männer zwischen 18 und 60 Jahren gesetzlich zur Löschhilfe verpflichtet.

Über viele Jahrzehnte blieb das Spritzenhaus weitgehend unverändert.

 

Erweiterungen ab 1985

Erst 1985 wurde die Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus deutlich. Gründe dafür waren u. a.:

  • steigende Anforderungen durch den Ausbau der Autobahn

  • mehr Einsätze im Waldgebiet

  • Bereitstellung eines TLF W 50 (ein „Springerfahrzeug“ der Berufsfeuerwehr Berlin)

  • wachsende Anforderungen an Ausbildung, Schulungsräume und Logistik

Es entstanden:

  • ein Schulungsraum

  • sanitäre Anlagen

  • eine kleine Küche

  • Lagerräume

  • ein ausgebautes Dachgeschoss

Der Bau erfolgte durch ortsansässige Unternehmen sowie umfangreiche Eigenleistungen vieler Kameraden.

 

Wandel nach der Wiedervereinigung

Mit steigender Bevölkerungszahl und zunehmendem Verkehrsaufkommen veränderten sich auch die Einsätze. Modernere Technik und zusätzliche Fahrzeuge mussten untergebracht werden. Dadurch folgten mehrere Bauabschnitte:

  • neue Fahrzeughalle mit 2 Stellplätzen (linke Gebäudeseite)

  • Ausbau des Dachgeschosses über den Stellplätzen

  • Errichtung einer zweiten zweistelligen Fahrzeughalle („Würfelform“)

  • 2014: Anbau von zwei weiteren Fahrzeughallen, davon eine als Waschhalle

  • darüber Büros, Lagerräume, separate Toiletten und jeweils eine Dusche für Männer und Frauen

  • Sanierung und Ausbau des Dachgeschosses des Altbaus
    → Einrichtung von Küche, Aufenthaltsraum und zusätzlichen Lagerflächen

Diese Maßnahmen ermöglichten eine moderne, der stetig wachsenden Einsatzbelastung angepasste Infrastruktur.

Wache 1

Wie bereits erwähnt, haben sich die Anzahl und Art der Einsätze im Laufe der Zeit geändert.

Beispiele:                           

1924           Anzahl Einsätze: 3 Brände

1937           Anzahl Einsätze: 1 Gebäudebrand in Perwenitz  

Jahr 1970

Anzahl Einsätze Wohnungsbrand Schillerstraße, Wohnungsbrand Falkenstraße, Scheunenbrand LPG Bredow, 2x Böschungsbrand Hasselberge, Hochwasseralarm in Nauen, Kohlenbrand Gummiwerk, Wiesenbrand Bahnhof Falkenhagen, Kohlenbrand BHG – Hof, Böschungsbrand Bredow – Vorwerk, Brand Badeanstalt, Wohnungsbrand Querstraße

Jahr 1972

Anzahl Einsätze Laubenbrand Kollwitzstraße, 2x Katastropheneinsatz nach Sturmschäden, Schuppenbrand Am Wald, Wohnlaubenbrand Reuterstraße, 8 Wald-, Wiesen- und Böschungsbrände

Jahr 1981

Anzahl Einsätze Wohnungsbrand Bahnstraße, Wohnungsbrand Forstweg, Schornsteinbrand Finkenkrugerstraße, Wohnungsbrand Südstraße, Wohnungsbrand Forstweg, Böschungsbrand Hasselberge, Brand Garderobe im Gummiwerk, Böschungsbrand Hasselberge, Schuppenbrand Goethestraße, 3x Böschungsbrand Reichsbahn, Kabelbrand Bredower Allee       

Der kommende kurze Überblick verdeutlicht, dass beim Einsatzgeschehen unserer Feuerwehr die Zahl der Technischen Hilfeleistungen (z.B. Verkehrsunfälle, Ölspuren, Sturmschäden, Tierrettungen, Türnotöffnungen usw.) die Oberhand gewinnt und damit die Anzahl von Bränden (z.B. Wohnungsbrände, Waldbrände, Flächenbrände, Auslösung von Brandmeldeanlagen usw.) verhältnismäßig geringer ausfällt. Auch die flächenmäßige Ausdehnung des Einsatzgebietes spielt hierbei eine wesentliche Rolle. War die Feuerwehr früher überwiegend für Brieselang zuständig, so ist das Einsatzgebiet der Brieselanger Feuerwehr wesentlich größer geworden. Der Ort ist gewachsen. Die Bebauung hat stark zugenommen und somit ist die Einwohnerzahl gestiegen. Dazu gehören auch die Industrieansiedlungen in den Gewerbegebieten, ebenso im überörtlichen Bereich ist das Einsatzgebiet größer.    

Einsatzgebiete sind die Bundesautobahn bis zum Autobahndreieck Havelland und zurück ab Ausfahrt Falkensee bis hin zur Anschlussstelle Potsdam Nord (in Summe ca. 50 km);  zusätzlich Landes- und Kreisstraßen um Brieselang. Gewässer wie der Havelkanal (Bundeswasserstraße), der Nymphensee und der Baggersee („Fiegesee“) gehören ebenfalls dazu. Bahnunfälle auf der ICE-Strecke von Berlin nach Hamburg, die unseren Ort teilt, sind ebenfalls allgegenwärtig.

Jahr 2004

Anzahl Einsätze 72 (32 Brände/ 40 Technische Hilfeleistungen)

Jahr 2012

Anzahl Einsätze 133 (32 Brände/ 101 Technische Hilfeleistungen)

Jahr 2022

Anzahl Einsätze 254 (50 Brände/ 204 Technische Hilfeleistungen)

An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass die folgende Aufzählung von Personen aufgrund fehlender Aufzeichnungen und Dokumente unvollständig bzw. fehlerhaft sein kann.

Die Geschicke der Feuerwehr wurden seit ihrer Gründerzeit bis zum heutigen Tag natürlich in die Hände von Brieselanger Bürgern gelegt. Gründung der Feuerwehr Brieselang durch eingangs genannte Bürger Brieselangs. In der Folge leiteten folgende Brieselanger Bürger die Feuerwehr über längere oder auch kürzere Zeit:

· Herr Richard Klein (Vorsitz seit Gründung)

· Herr Paul Freitag (Oberführer, seit Gründung)

· Herr Bolduan und Herr Weichert (Wiederaufbau nach Kriegsende)

· Herr Günter Sädler (Wehrleiter)

· Herr Kurt Schwarz (Wehrleiter)

· Herr Lothar Ruff (Wehrführer, Amtsbrandmeister/Gemeindewehrführer)

· Herr Jörn Neumann (Ortswehrführer)

· Herr Ralf Bleil (Ortswehrführer)

· Herr Manfred Horn (Ortswehrführer)

· Herr Holger Glass (stellv. Gemeindewehrführer)

. Herr Mario Tollning ( stellv. amtierender Gemeindewehrführer)

. Herr Oliver Streidt ( ( stellv. amtierender Gemeindewehrführer))

· Herr Marco Robitzsch (Ortswehrführer, amtierender Gemeindewehrführer)

 

Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr steht und fällt mit den Mitgliedern. So betrug die Stärke der freiwilligen Mitglieder in der Brieselanger Feuerwehr 1924 56 Mann, 1930 betrug die Anzahl 42 Mann. Diese Zahlen schwanken natürlich. So sank die Zahl der Mitglieder bis zum Ende der 70-er Jahre auf 20 ab. Dann stieg die Mitgliederzahl langsam bis zum Ende der 90-er Jahre auf 40 Mitglieder. Dieser Stand war dann bis ca. 2005 zu verzeichnen. Dann stiegen die Mitgliederzahlen erneut an, was auch auf die wachsende Einwohnerzahl zurückzuführen ist. Der Stand im Jahr 100 der Feuerwehr Brieselang beläuft sich gegenwärtig auf 85 Mitglieder.

Erfreulich hierbei ist, dass immer mehr Frauen am aktiven Einsatzdienst teilnehmen. Aber schon in den 80er Jahren gab es weibliche Feuerwehrmitglieder. Diese waren in der Brandschutzgruppe angesiedelt, die hauptsächlich im vorbeugenden Brandschutz tätig waren und damals übliche Brandschutzkontrollen im Gemeindegebiet vornahmen. Auch danach gab es immer eine inaktive Frauengruppe. Diese unterstützten Veranstaltungen der Feuerwehr wie den Tag der offenen Tür, Osterfeuer oder Veranstaltungen der Gemeinde. Und das ist bis zum heutigen Tage immer noch so. Die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr ist eine freiwillige Leistung im Ehrenamt. Sie ist mit einem sehr hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Sei es bei der Abarbeitung von Einsätzen oder bei der praktischen und theoretischen Ausbildung. Diese finden mindestens einmal wöchentlich statt und oftmals müssen auch Wochenenden dafür genutzt werden. 

War die Technik und Ausrüstung im Gründungsjahr und danach sehr überschaubar, so ist der heutige Stand der Technik, Fahrzeuge und Ausrüstung mit dem damaligen Stand nicht mehr im Geringsten zu vergleichen. Die Fahrzeuge und deren Beladung entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Hinzu kommt auch der Stand der persönlichen Schutzausrüstung für jede Einsatzkraft. Die Gemeinde als Träger des Brandschutzes hat dafür in den letzten Jahren einige Millionen Euro investiert. Allein an Fahrzeugen verfügt unsere Feuerwehr einschließlich der Einheit Bredow über einen umfangreichen Fahrzeugpark.

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